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Zu Gast beim Fantissima-Shooting

Zu Gast beim Fantissima-Shooting

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Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Den perfekten Moment in einem Bild einzufangen, ist eine Aufgabe für Fotograf Michael Lübke. Der Fotograf blickt auf eine 25 jährige Berufserfahrung zurück, und lichtet für uns die Künstler von Fantissima ab.

Ich habe dem diesjährigem Fantissima Shooting einen Besuch abgestattet. Als Hobbyfotograf bin ich thematisch etwas im Thema, wodurch ich mir jegliche Fragen zu Kamera und Objektiven sparte. Micheal fotografiert auf einer Nikon – Vollformatkamera. Als ich im Fantissima-Theater ankomme, ist das Set für inszenierte Portraitaufnahmen bereits aufgebaut. Das Set bestehend aus einer riesige Softbox, eine kleinere Softbox für den Hintergrund, ein Reflektor und eine Leinwand sind neben der Bühne aufgebaut. Die Leinwand im Hintergrund ist so groß, dass ich den Transport gern gesehen hätte.

Die meisten Fotografen sprudeln so los, wenn man sie zu ihrem Handwerk etwas fragt. Also steige ich ganz locker in das Gespräch ein, welches er neben dem Shooting mit mir führt. Mich interessiert, was für ihn wichtig an einem solchen Shooting ist.

„Mir ist es wichtig, dass alle Spaß am Shooting haben, denn das projiziert sich auf das Bild“, erklärt er. Ich verstehe ihn, denn ein Fotograf ist ein Entertainer, der mit einer Kamera ausgestattet ist. Im Gegensatz zum Film hat die Fotografie nur einen Moment. „Es ist nicht möglich, dass ich eine Szene erkläre. Ich habe am Ende nur einen Moment, der all das aussagen soll, was das Bild transportieren soll“ führt Michael fort. Während der Spiegel der Kamera schließt und das Klack, Klack, Klack die Stille durchbricht, ruft er „Sehr, sehr schön!“

„Wenn du Hochachtung vor einem Menschen hast, dann liefert dir das die besten Ergebnisse. Die Leute neigen dazu, vor der Kamera zu versteifen. Diese Situation muss man aufbrechen. Diese Situation habe ich in den ersten Jahren bei Fantissima nicht erwartet. Immerhin sind hier gestandene Künstler, die große Preise gewonnen haben. Sie stehen jeden Abend auf der Bühne und begeistern hunderte von Menschen. Wenn man diese Künstler von der Bühne holt, wo sie Höchstleistungen vollbringen, befinden sie sich in einem ungewohnten Raum.“, stellt er fest. Seine Aufgabe ist dann, genau diese Situation durch Selbstsicherheit und Spaß aufzulösen.

Michaels Anspruch ist es, dass solange Bilder gemacht werden, bis das Ergebnis, welches er im Kopf hat, im Kasten ist. Das fertige Bild muss der Persönlichkeit des Abgelichteten gerecht wird. Er hat spontane Ideen während des Shooting. Der Rahmen ist zwar festgesteckt, lässt aber noch genug Raum für Ideen offen. „Wir brauchen ein Buch oder so etwas! Ja, das wäre schön. Haben wir hier ein Buch?“, ruft er ins Fantissima-Theater. „Weißt du, der Mensch steht im Vordergrund, aber auch der Künstler soll inszeniert werden. Wenn er da oben jetzt ein Buch liest, dann ist es anders. Es ist nicht realistisch, aber auch nicht so verrückt, dass es absurd wäre. Es schafft einfach Aufmerksamkeit“, erklärt er mir, während ich mir Notizen mache.

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Die ADDIS BROTHERS müssen auf die Bühne, die Bühnenbilder werden gemacht. Ich nutze den Objektivwechsel dafür, um Michael zu fragen, was die Herausforderung bei Fantissima ist. Er erzählt mir, dass sich die Technologie der Kameras in den letzten Jahren extrem entwickelt hat. Die Kameras sind heute viel lichtempfindlicher mit hochwertigen Objektiven. Das ist wichtig, denn diese Qualität überträgt sich auf die Bilder. „Ich kann hier keinen Blitz gegen die Künstler benutzen. Ich könnte einen der Künstler blenden, während sie ihre Leistung abrufen. Das ist zu gefährlich. Es ist auch nicht das Ergebnis, welches der Fantissima-Gast sieht“, führt er aus. „Hier im Phantasialand, hier herrscht ein tolles, familiäres Miteinander, wo sich die Kollegen untereinander auch mal gegenseitig aufziehen. Das finde ich gut, da muss man sich als Fotograf einfügen, das muss auf den Bildern zu sehen sein!“

Die nächsten Künstler kommen gerade aus der Maske. Michael stellt sich mit Handschlag vor. Dennis vom DUO LIGHT FOR LIFE trifft auf den lebendigen, unkonventionellen Typen. Sie besprechen sich für das anstehende Shooting, welche Möglichkeiten die Lichtkostüme bieten. Nebenbei unterhält Michael die Crew, um ohne Punkt und Komma direkt das nächste Motiv zu besprechen. „Ja, das wird geil! Wir drehen das Licht voll auf und nehmen den Hintergrund so dunkel wie möglich. Eine Farbaufnahme, die aussieht wie ein Schwarzweißbild!“ Gleichzeitig sehen die ersten Künstler schon die ersten Ergebnisse. Sie finden sich richtig gut eingefangen und möchten die Bilder gern privat benutzen. Ein besseres Kompliment gibt es nicht.

Bevor ich mich wieder auf den Weg mache, frage ich Michael noch nach ein paar Tipps für unsere Leser, denn der eine oder andere Hobbyfotograf wird sicherlich darunter sein. Hier also die drei Tipps, die ich euch vom Shooting mitgebracht habe.

3 Tipps für Fotografen

1. viele Fotos machen

Macht viele Fotos von euren Motiven. Es kann vorkommen, dass ihr zuhause von euren Bildern einen ganz anderen Eindruck gehabt habt als vor Ort. Daher geht auf die sichere Seite und macht ruhig einige Bilder mehr. In der heutigen Zeit kann man den Überschuss ohnehin einfach von der Festplatte wieder löschen.

2. Positiv sein

Wenn du etwas ändern möchtest, hebe das Positive hervor. Mach dem Menschen vor der Kamera Komplimente, damit er sich löst. Du kannst die Person auch bespassen, aber bitte nicht nerven. Die Hochachtung vor dem Menschen solltest du immer wahren, daher gehe bis an die Grenze der Unterhaltung – aber nie darüber!

3. Selbstbewusst auftreten

Du musst selbstbewusst auftreten, denn das reflektiert sich auch auf die Person. Du hast einen Plan im Kopf, was wie fotografiert werden soll. Egal, was passiert – versuche Sicherheit zu vermitteln, damit in der ganzen Szenerie keine Unsicherheit herrscht. Wenn dein Model erst einmal unsicher ist, dann wird es sehr schwer, ein gutes Bild zu kreieren. Deswegen trete selbstbewusst auf!

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