Home Park Hinter den Kulissen Für vollen Empfang: Der unsichtbare Sendemast
Für vollen Empfang: Der unsichtbare Sendemast

Für vollen Empfang: Der unsichtbare Sendemast

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Es knackt und knirscht, bevor sich das Dach des Schauspielhauses langsam löst und zu Boden schwebt. Fast eine Tonne wiegt die „Zwiebel“ aus Kupfer, die künftig nicht nur den Regen abhält, sondern auch einen neuen Sendemast unter ihrer Rundung versteckt. Im historischen Ambiente des Themenbereichs Berlin sorgt moderne Technik bald für vollen Empfang.

Das hügelige Gelände und die spezielle Bebauung im Phantasialand machen es schwer, ein gleichmäßig starkes Funksignal herzustellen. Denn in unseren sechs liebevoll dekorierten Themenwelten gibt es keine Kulissen aus Pappmaschee. In den Häusern hinter den historischen Fassaden Alt Berlins zum Beispiel arbeiten wir in Büros und Werkstätten. Entsprechend viel Stahlbeton ist im Phantasialand verbaut worden. Mehr als zwei Jahre Planung und die Abstimmung mit drei verschiedenen Providern waren nötig, bis wir das Projekt jetzt in der Off-Season einen großen Schritt voranbringen konnten – damit ihr als unsere Gäste bald jederzeit und überall eure Selfies verschicken, phantastische Erlebnisse bei Facebook teilen oder mal eben eure Emails checken könnt. „Wir haben schon zwei Sendemasten, im Erlebnishotel Ling Bao und auf Wuze Town im Themenbereich Fantasy. Und der dritte Sendemast ist dafür da, noch mehr Kapazität zu bekommen, also um noch mehr Datenverkehr gleichzeitig abwickeln zu können“, sagt Frank Gier, kaufmännischer Leiter Projekte im Phantasialand. Und dafür musste der Standort einfach perfekt sein – hoch genug für große Reichweite, stabil genug für die schwere Technik und so versteckt, dass kein deplatzierter Sendemast die Thematisierung im besten Freizeitpark Deutschlands stört.

Die Wahl fiel also auf unser Schauspielhaus direkt am belebten Kaiserplatz in Berlin. Es entstand ein Turm im Turm, um das Gewicht der neuen Technik gleichmäßig auf den Untergrund zu verteilen. Damit der Sendemast überhaupt genug Raum hat, musste das Dach allerdings über sich hinauswachsen. Genauer gesagt: Es musste um mehr als zwei Meter angehoben werden. Und zwar ohne, dass es auffällt.

Sechs spezielle Bauteile tragen jetzt das alte Dach des Schauspielhauses. Die Glasfaserkonstruktion umschließt die neue Technik und passt sich dem typischen Look des Schauspielhauses genau an. Und weil das alles andere als einfach war, haben wir dafür einen Fachmann ins Phantasialand geholt. Achim Reimann ist sogenannter Set-Maler, der für Kinofilme die perfekte Illusion schafft – beste Voraussetzungen für die Arbeit an den neuen Bauteilen. Denn die sollten zwar aussehen wie das Kupfer, das dem Schauspielhaus seinen Charakter verleiht – metallhaltige Farben benutzen durfte Achim Reimann aber nicht. Denn die hätten das Funksignal gestört. Also wird aus graphithaltiger Farbe in Verbindung mit Bindemittel und Härter ein authentischer, wetterfester Farbton, der sich nicht vom Rest des Schauspielhauses unterscheidet. Sogar die typischen „Nasen“, die durch oxidiertes Kupfer auf dem Originaldach entstanden sind, finden sich auf den neuen Bauteilen.

Und am Ende muss das „gewachsene“ Dach dann wieder an seinen alten Standort – fast 200 Kilo schwerer und zwei Meter größer als vorher. Millimeterarbeit mit dem Kran und helfende Hände in luftiger Höhe sind nötig, bis das neue Dach perfekt sitzt. Und so aussieht, als sei es immer schon dort gewesen.

 

Rebecca Kranz Liebt die Mäusejagd bei „Maus au Chocolat“ und hatte nach der ersten Fahrt mit TARON butterweiche Knie. Ist kein Gourmet, hat aber viel übrig für leckeres Essen. Trinkt so gut wie nie Kaffee. Fährt lieber an den Strand als in den Skiurlaub. Kommt ins Phantasialand seit sie klein ist – und ist jetzt Teil des Teams.

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